Ludwig_Börne_Schule - DBN-Architekten

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Ludwig Börne Schule
Frankfurt Am Main


Der Neubau der Ludwig-Börne-Schule liegt direkt am Anlagenring, nur etwa 50 Meter Luftlinie
entfernt vom Beginn der Zeil, dem Herzen der Frankfurter Innenstadt. Es handelt sich weit-
gehend um eine Neuerrichtung des Gebäudes auf dem ehemaligen Gelände der Zweigstelle der
Julius-Leber-Schule.


Hier wird eine aus dem Zusammenschluss der Friedrich Stoltze Schule und der
Gerhard-Hauptmann-Schule entstandene Haupt- und Realschule für ca. 400 Schüler mit
36 Klassen beherbergt. Fachräume für Arbeitslehre und Naturwissenschaften, EDV-Räume,
eine Schulbibliothek sowie eine Kantine mit angegliederter Lehrküche sind nun unter einem Dach.
Bauherr dieser Maßnahme, die aus dem regulären Frankfurter Schuletat und nicht aus einem
der Konjunkturpakete finanziert wurde, ist das Stadtschulamt. Unter Leitung des Frankfurter
Hochbauamts wurde die Schule von den Architekten Dierks Blume Nasedy Frankfurt/Darmstadt
geplant und gebaut.


Bei der Neukonzeption des Gebäudekomplexes wurden Teile des in den frühen 60er Jahren
errichteten 4-geschossigen Vorgängerbaus erhalten und so in die Neubaumaßnahme
integriert, dass sich ein einheitliches Erscheinungsbild von Neu- und Altbauteilen ergab.
Städtebaulich vermittelt das Schulhaus zwischen den Straßenfluchten des Einwohner-
meldeamts und dem benachbarten Kolpinghaus. Die für den Neubau einer Schule ungewöhnlichen,
stehenden Formate der Fenster tragen den umgebenden Gründerzeitgebäuden Rechnung.


Stilprägend und für den urbanen Charakter des Gebäudes maßgeblich ist die Natursteinfassade
aus sandfarbenem Kalkstein. Ursprünglich war eine Betonfassade geplant. Aufgrund von
Lieferschwierigkeiten des Fassadenunternehmers entschied man sich aber während der Bauzeit
für eine Preisgleiche, hochwertige Natursteinlösung. Variierende, gekippte Fensterleibungen
sorgen für eine Plastizität der Fassade, die besonders bei Sonnenschein ein interessantes Licht
und Schattenspiel erzeugt und zudem den Sonneneinfall in die Klassenräume lenkt.


Die hinter den Fassadenplatten geführte Entwässerungsebene verhindert die innerstädtisch
typischen, verschmutzten Regenwasserspuren von den Fensterbänken der Gebäudehülle und
sorgt für eine dauerhafte, wartungsfreie und vor allem über Jahre werthaltige Optik. Die
Vorgabe einer echten Nachhaltigkeit setzt sich auch im Inneren des Gebäudes fort. Strapazier-
fähiges Industrieparkett, Sichtbeton und die für die Optimierung der Raumakustik wesent-
lichen, massiven Wände aus Schallschutzziegeln geben dem Inneren durch materialeigene
Solidität eine besondere Wertigkeit.


Eine weitere Besonderheit ist die farbliche Konzeption der Innenräume durch das Atelier des
Schweizer Farbkünstler Jörg Niederberger. Nach der Farbgestaltung mehrerer Schulbauten in
der Schweiz ist dies seine erste Arbeit in Deutschland.
Ein Farbwirbel von ungewöhnlichen, leuchtenden Farbkompositionen zieht sich durch
Eingangshalle, Treppenhäuser, Flure bis zu den Verkleidungen der Wände der Klassenräume
und prägt so neben den Naturmaterialien das innere Erscheinungsbild.


Den ehrgeizigen, energetischen Zielen der Stadt Frankfurt folgend ist das Schulhaus als
Passivhaus konzipiert und an das innerstädtische Fernwärmenetz angeschlossen.
Der architektonisch umgesetzte Dreiklang aus Werthaltigkeit, Nachhaltigkeit und Wertschätzung
den Nutzern gegenüber soll so das engagierte pädagogische Konzept der Schule unterstützen.


Die Ludwig-Börne-Schule ist eine verbundene Haupt- und Realschule. Besonderheiten sind

Klassen mit gemeinsamem Unterricht (Förderung von Schüler/-innen mit Lernschwächen oder
Verhaltensauffälligkeiten), gemeinsame Beschulung von Haupt- und Realschüler/-innen in den
Klassenstufen 5 bis 7 sowie eine 10. Hauptschulklasse mit der Möglichkeit, den Mittleren
Bildungsabschluss zu erreichen. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Schule auf die
Berufsorientierung. Dies geschieht unter anderem durch die Kooperation mit Beruflichen
Schulen und die Einrichtung von SchuB-Klassen (Lernen in Schule und Betrieb).

 
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